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Kirche Konz St. Johann

Kloster Karthaus und Kirche St. Johann

Karthaus St. Johannes d. Täufer

Als kurz vor 1880 mit der beginnenden Bebauung an der „Provinzialstraße“, der heutigen Karthäuser-Bruno-Trierer Straße, der Beginn des Ortsteils Karthaus erfolgte, war der kleine Ort Merzlich, zwischen der von Bebauung noch freien Ebene zwischen der Saar-Mosel-Mündung und St. Medard bzw. St. German (Trier) gelegen, schon viele Jahrhunderte alt. Bereits in vorrömischer, also gallisch-treverischer Zeit wird er als Marcelliacum erwähnt, analog der Ortsbezeichnung Contionacum für Konz. Pfarrlich gehörte Merzlich Jahrhunderte zur Pfarrei St. German oberhalb von St. Medard. Bei der Reorganisation der Diözese (1803) kam es dann als Filiale zu Konz St. Nikolaus. Bereits 793 war der Ort als maceria mit der Frauenabtei St. Irminen am Moselufer von Trier verbunden und seit 1237 sind hier Ländereien dieser „Jungfrauen von Ören“ urkundlich bezeugt. Die Irminen hatten in Merzlich die Hochgerichts- und Grundherrschaft. Zu dem in Merzlich betriebenen Hof der Irminen („Irnerhof“) in Ortsmitte gehörte auch eine Hofkapelle, damit wahrscheinlich das erste im Ort (heutige Johannisstr.) bis in die erste Hälfte des 19.Jh. existierende Oratorium. Im Jahre 1661 wird in einer Urkunde der Kartäuser erwähnt, …dass die Treppe an der Kapelle auf Örener Grund gebaut wurde, damit mit Einwilligung der Äbtissin die Einwohner von Merzlich „in die Capell kommen mögen.“ Als 1349 die Kartäuser von St. Alban bei Trier durch den Trierer Ministerialen Tristant reichen Grundbesitz auf dem Bann Merzlich erhielten, gehörte dazu auch ein Hofgebäude. Es lag am Berghang, etwa 200m nördlich des heutigen Karthäuser Friedhofs (Flurbez. „Grienes“). Aus einer späteren Urkunde, einem Pachtvertrag des Jahres 1566 geht hervor, dass innerhalb dieses Kartäuserhofes „Grünhaus“ auch eine Hauskapelle bestand und die Hofleute haben …“die capell sampt dem altar reyn und ehrlich…“ zu halten. Als die Trierer Kartäuser beim Dorf Merzlich den Neubau ihres Klosters planten, erfolgte am 30. April 1680 die Grundsteinlegung zur Klosterkirche, der heutigen Pfarrkirche St. Johann. Ein (Oratorium) Bethaus/Klosterkapelle mit drei Altären wurde bereits am 4. September 1680 durch den Speyrer Bischof Burkhard eingeweiht. Diese Marienkapelle lag, als Anbau und als Pendant zur Sakristei (rechts), als Anbau an der linken Seite des Chores der Klosterkirche. Sie wurde nach Abschluss des Kirchbaus vorübergehend als Kapitelsaal genutzt (ab 1855 Friedhofsbereich der Franziskanerinnen). Der Bau der Klosterkirche wurde als letztes Gebäude der Gesamtanlage, mit der Konsekrierung von Kirche und Altar zu Ehren der Gottesmutter Maria, des Hl. Johannes des Täufers und des Hl. Bruno, am 27.4.1716 abgeschlossen. Sie diente als Klosterkirche der Kartäuser innerhalb der Klausur im Bereich des vorderen (schmäleren) Kirchenschiffs, sowie für Brüder und Gäste im hinteren, breiteren und durch einen Lettner getrennten Schiffteil. Als 1794 die französischen Revolutionstruppen das Land besetzten und die Klosteranlage (1804) der Säkularisierung zum Opfer fiel, wurde sie letztlich in Privatbesitz veräußert und anschließend dem Abbruch preisgegeben. Hiervon war auch das Kirchengebäude betroffen, dessen Umfassungsmauern bis in Höhe der Gewölbeansätze als Ruine im Jahre 1855 von den Franziskanerinnen von Nonnenwerth (mit dem erhaltenen Südflügel) übernommen wurde. Diese Schwestern im Kloster St. Bruno initiierten 1884-86 den Wiederaufbau der Klosterkirche. Ab 1891 stand sie (im rückwärtigen Bereich) zum Sonntagsgottesdienst auch für die Einwohnerschaft von Merzlich-Karthaus eingeschränkt zur Verfügung. Zwar hatten sich die Franziskanerinnen innerhalb des Klosters schon vorher eine Hauskapelle eingerichtet, die jedoch zunächst im Bereich der Klausur lag und deshalb Außenstehenden nicht zugänglich war. Erst als die Schwestern 1861 den Bereich der moselseitigen Arkaden zu einer Kapelle umgestalteten, war eine dortige, bedingte Teilnahme der Merzlicher am Gottesdienst möglich. In dieser misslichen seelsorgerischen Situation entstand auf Initiative des Merzlicher Bürgers Johann Philippi auf seinem Grundstück in der Merzlicher Straße ein schlichter, am 4. Mai 1865 geweihter, (privater) Kapellenbau, der fortan für Werktagsgottesdienste zur Verfügung stand. Seit den 1930er Jahren in ruinösem Zustand und nicht mehr genutzt, erfolgte um 1963 der Abbruch. Im Jahre 1903 hatten die Schwestern sich im Bereich der Empore der Klosterkirche mit der Marienkapelle eine neue Hauskapelle geschaffen, so dass die Bereitstellung der Klosterkirche für die Gläubigen von Merzlich-Karthaus unproblematischer war. Damit glaubte man auch die Diskussionen für den Neubau einer Kirche für den Ort als erledigt ansehen zu können. Am 1. April 1905 wurde somit ein Vertrag über die Mitbenutzung der Klosterkirche durch die neu gegründete Vikarie Merzlich-Karthaus abgeschlossen. Damit stand ihr der durch ein Gitter abgetrennte, rückwärtige Schiffbereich an Sonn- und Feiertagen pachtweise zur Verfügung, wobei Vikar Schüller die Messe an einem Seitenaltar hielt. Gleichwohl wurde noch in diesem Jahre in der Vikarie ein Kirchbauverein gegründet. Im September 1919 war die Vikarie Merzlich-Karthaus, mit Erweiterung ihrer Grenzen über die Zivilgemeinde Merzlich hinaus bis zum Luxemburger Bahndamm (Dammstraße), zu einer selbständigen Kapellengemeinde erhoben worden. Mit Wirkung vom 1. Januar 1922 errichtet Bischof Michael Felix Korum von Trier die Pfarrei St. Johann Merzlich-Karthaus; gleichzeitig wurde Heinrich Cramer erster Pfarrer der neuen Pfarrei. 1930 erfolgte der Zusammenschluss der beiden bisher selbständigen Gemeinden Merzlich-Karthaus und Konz zu einer Gemeinde Konz-Karthaus. Die Klosterkirche war inzwischen seit 1936 ganztägig für die Pfarrei St. Johann geöffnet worden, seit 1938 ohne das bis dahin raumtrennende Gitter. Am 15. Februar 1944 übergaben die Franziskanerinnen von St. Bruno Pfarrer Jakoby von St. Johann die Schlüssel der Klosterkirche. Von nun an übernahm die Pfarrei das Gebäude mit seiner Einrichtung. Mit dem Jahre 1952 begannen die Verhandlungen zum Verkauf des Klosterareals St. Bruno zwischen den Franziskanerinnen und der Kirchengemeinde. Mit Kaufvertrag vom 17. Februar 1954 wurde die Kirchengemeinde St. Johann Eigentümerin des Kirchengebäudes, der ehemaligen Klosterkirche. Der heutige Zustand des Innenraumes mit seiner Einrichtung entspricht im Wesentlichen der 1965 durchgeführten Innenrenovierung. Die Außenfassaden der Kirche waren in die Renovierung des gesamten Gebäudekomplexes 1987 durch die Stadt- und Verbandsgemeinde Konz eingebunden.

Geschichtliches zu Konz St. Johann